Fortbildungselemente

Die Fortbildung Ethnomedizin wird in verschiedenen Elementen und Schwerpunkten abgehalten:

1. Ethnomedizinische Grundlagen
Ethnologen mit Feldforschungserfahrung bieten einen Überblick über verschiedene Konzepte des Menschseins. Je nach Kosmologie, Menschen- und Weltbild variieren die kulturspezifischen Deutungen von Wohlbefinden (Gesundheit) und Missbefinden (Krankheit). Erst das Verstehen dieser fremdkulturellen Betrachtungsweisen verändert die Wahrnehmung und schärft den Blick für die Besonderheiten traditioneller Heilverfahren und die jeweiligen Charakteristika von Heilerpersönlichkeiten.

2. Systeme der Heilung
International renommierte Wissenschaftler gehen im Detail auf Konzepte und Definitionen von Gesundheit, Krankheit und Heilung in bestimmten indigenen Traditionen ein. Sie berichten vom aktuellen Dialog zwischen Vertretern der Schulmedizin und traditionellen Heilern und schlagen eine Brücke zwischen den Kulturen bzw. dem westlichen und anderen Medizinsystem. Von ihnen angeleitet werden Möglichkeiten und Grenzen einer Integration alternativer Ansätze herausgearbeitet und diskutiert.

3. Heiler-Werkstatt
Spezialisten verschiedener europäischer und außereuropäischer Heiltraditionen gewähren den Teilnehmern Einblicke in ihr Wissen, ihren jeweiligen kulturellen und gesellschaftlichen Hintergrund sowie in ihre Diagnoseverfahren und Ritualtechniken. Der Erfahrungsaustausch über verschiedene Konzepte von Diagnose und Heilung fördert die interkulturelle Verständigung. Wer bereit ist, "Unerwartetes zu erwarten" und offen ist für Antworten, wo sie weder gesucht noch erwartet werden, macht eine fruchtbare Interaktion und verständnisvolle Begegnung möglich.

4. Supervision und Herzrede
Die sogenannte "Herzrede" oder "das Herz auf der Zunge tragen" ist eine heroische Rede, die unreflektiert aus dem Herzen strömt und zur eigenen Supervision führt. So können persönliche Themen auf verschiedenen Ebenen angesprochen und in den Gruppenprozess eingebunden werden. Die Supervision dient neben der (Selbst-) Reflektion auch der Integration des Erfahrenen.

5. Interaktion
Aus der Teilnehmerschaft werden Übungen bzw. Themen für Kurzvorträge vorgeschlagen, die der Gruppe präsentiert und anschließend diskutiert werden. Hier werden die Teilnehmer aufgefordert, sich selbst aktiv in die Fortbildung einzubringen. Jede/r sollte im Laufe der Fortbildungsreihe ein Referat, eine praktische Übung oder eine aktuelle Forschungsarbeit vorstellen. Somit partizipiert die Gruppe an den Erfahrungen, dem Wissen und den Spezialgebieten der Kommilitonen.



Programmplan

Fortbildungstermine (Grundeinheiten):

20.-22. Mai 2011
25.-27. Mai 2012
24.-26. Mai 2013

Die interdisziplinäre Fortbildung findet immer im Mai statt. Die gesamte Fortbildungsreihe beinhaltet drei Grundeinheiten, zu denen Sie sich jeweils einzeln anmelden können. Sie können somit die Termine für Ihre Grundeinheiten frei wählen. Der Einstieg in die Fortbildungsreihe Ethnomedizin sowie der Ausstieg ist dadurch jederzeit möglich.
Die Plätze in der Fortbildung sind begrenzt, deshalb raten wir zur frühzeitigen Bewerbung.

weitere Fortbildungstermine:

23.-25. Mai 2014
22.-24. Mai 2015
27.-29. Mai 2016